{"id":22033,"date":"2023-10-05T12:54:10","date_gmt":"2023-10-05T10:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/jokira.de\/?p=22033"},"modified":"2023-11-08T12:56:09","modified_gmt":"2023-11-08T11:56:09","slug":"stuhlmiete-ist-gefragt-aber-das-meistergesetz-braucht-ein-update","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jokira.de\/news\/stuhlmiete-ist-gefragt-aber-das-meistergesetz-braucht-ein-update\/","title":{"rendered":"Stuhlmiete ist gefragt, aber das Meistergesetz braucht ein Update"},"content":{"rendered":"\n
F\u00fcr Patricia Piatke w\u00e4re ein Fulltimejob als Friseurin „Pain in the ass“! Sie m\u00f6chte mehr Selbstbestimmung und Work-Life-Balance, mit dieser Einstellung will sie den Friseurberuf ein bisschen geiler machen. Veraltete Salonstrukturen und Hierarchien, das passt so gar nicht zu dem Weg, den \u201ePatze\u201c f\u00fcr sich und ihre Stuhlmieterinnen eingeschlagen hat.<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n Im Gespr\u00e4ch mit Birgit Senger<\/em> von imSalon.de<\/a><\/p>\n\n\n\n Wie siehst du Co-Working-Spaces f\u00fcr die Friseurbranche? „Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass der Friseurberuf durch Stuhlmiete attraktiver, zeitgem\u00e4\u00dfer und zug\u00e4nglicher wird.“<\/p>\n\n\n\n Warum ist es Dir eine Herzensangelegenheit, \u00fcber deine Erfahrungen zu sprechen? Woran lag es, dass du dich in der Friseurbranche nie richtig zu Hause gef\u00fchlt hast? „Ich finde es gut, wenn man es sich als Friseur*in erlaubt, weniger zu arbeiten. Aber nat\u00fcrlich muss man in der wenigen Zeit auch gut verdienen.“<\/p>\n\n\n\n Der Friseurberuf als Fulltimejob war f\u00fcr dich noch nie eine Option? „F\u00fcr mich war mein Ursprungsberuf immer der Friseurberuf, den ich liebe und nie aufgeben wollte.“<\/p>\n\n\n\n Dein Konzept gibt Friseur*innen die M\u00f6glichkeit frei, selbst\u00e4ndig, flexibel zu arbeiten und damit gutes Geld zu verdienen? Wie viele KollegInnen nutzen mittlerweile \u201ela Isla Salon\u201c als ihr Working Space? PP: <\/strong>Wir sind zu acht. Alle sind so aufgestellt, dass sie auch noch etwas anderes nebenbei machen und maximal an 4 Tagen den Salon als Arbeitsplatz nutzen.<\/p>\n\n\n\n Ist jeder vom Typ her als Stuhlmieter*in geeignet? Welche Rahmenbedingungen m\u00fcssen erf\u00fcllt sein, um im Salon eine Stuhlmieterin werden zu k\u00f6nnen? Habt ihr ein gemeinsames Warenlager? Schreibst du vor, mit welchen Herstellern gearbeitet werden soll? Wie regelt ihr den Verkauf von Haarpflegeprodukten? Wie seid ihr im Krankheitsfall abgesichert? „Man muss die Vorteile der Selbstst\u00e4ndigkeit voll nutzen, z.B. lange Urlaub machen“<\/p>\n\n\n\n Wie viel Urlaub machst du? „Ich finde das Meistergesetz in heutiger Form steht der Branche total im Weg.“<\/p>\n\n\n\n Als Stuhlmieter*in brauchst du den Meisterbrief, um dich selbst\u00e4ndig zu machen. Wie siehst du das? Was spricht f\u00fcr dich gegen die aktuelle Regelung? Im \u201ela Isla Salon\u201c macht jeder sein Ding, Ausbilden tut jedoch keiner. Findest du das ok? W\u00e4re es f\u00fcr dich ok einen finanziellen Beitrag in Form zu leisten, um die Ausbildung im Friseurhandwerk zu sichern? Durch die M\u00f6glichkeit in unterschiedlichen Berufen zu arbeiten, lernt man oft auch die Vorteile der einzelnen Berufe mehr zu sch\u00e4tzen. Du arbeitest als Hair- & Make- up-Artist, Fotografin und Friseurin? Was liebst du besonders am Friseurberuf? Warum ist f\u00fcr dich das Gesch\u00e4ftsmodell der Stuhlmiete f\u00fcr dich das richtige? Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch, ich freue mich, dass wir uns kennengelernt haben und bin sehr gespannt, ob unser Gespr\u00e4ch f\u00fcr Ver\u00e4nderung und etwas Diskussionsstoff in der Branche sorgt.<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n HAIRSTYLIST &\u00a0AIRBRUSH MAKE-UP ARTIST\u00a0 -hottest crew in town- F\u00fcr Patricia Piatke w\u00e4re ein Fulltimejob als Friseurin „Pain in the ass“! Sie m\u00f6chte mehr Selbstbestimmung und Work-Life-Balance, mit dieser Einstellung will sie den Friseurberuf ein bisschen geiler machen. Veraltete Salonstrukturen und Hierarchien, das passt so gar nicht zu dem Weg, den \u201ePatze\u201c f\u00fcr sich und ihre Stuhlmieterinnen eingeschlagen hat. Im Gespr\u00e4ch mit Birgit Senger […]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":22034,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"set","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[39,15],"tags":[],"class_list":["post-22033","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interview","category-news"],"acf":[],"yoast_head":"\n
Patricia Piatke<\/strong>: Co-Working-Spaces f\u00fcr Friseure, das klingt f\u00fcr viele noch sehr ungew\u00f6hnlich. Vor 10 Jahren, als ich damit anfing Arbeitspl\u00e4tze im Salon zu vermieten, gab es das Wort Co-Working-Space noch gar nicht. Auch heute denken viele dabei eher an Menschen, die in irgendeinem Office einen Schreibtisch mieten.F\u00fcr mich war es ein Befreiungsschlag, mich so in der Branche aufzustellen. <\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Ich hoffe, mit meiner Geschichte etwas zu ver\u00e4ndern. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass der Friseurberuf durch Stuhlmiete attraktiver, zeitgem\u00e4\u00dfer und zug\u00e4nglicher wird. Ich will den Beruf geiler machen. Es ist mir eine Herzensangelegenheit dar\u00fcber zu sprechen, da ich mich in der Friseurbranche nie richtig zu Hause gef\u00fchlt habe. Ich war bisher in der Branche nie so vernetzt, bin nicht zu irgendwelchen Events oder Shows gegangen. Ich hab jahrelang alleine f\u00fcr mich rumgemacht, weil ich nicht so recht reingepasst habe, jetzt hab ich die Kapazit\u00e4t, das Standing und Bock politischer zu werden. Die Branche hat ein Problem und ganz ehrlich, wen wundert’s? Im internationalen Vergleich l\u00e4ufts super f\u00fcr freelance Hairstylisten, das k\u00f6nnte doch hier auch mal langsam ins Rollen kommen.<\/p>\n\n\n\n
PP:<\/strong> Auf Englisch w\u00fcrde ich sagen „these are not my people\u201c, es hat sich nie wie meine Gleichgesinnten angef\u00fchlt. Wenn ich irgendwo gefragt wurde, was ich beruflich mache, haben die Leute mit \u201eAch das sieht man dir aber gar nicht an.\u201c reagiert. Ich hatte immer meinen eigenen Style und hab mein Ding gemacht. In den letzten 15 Jahren bin ich hauptberuflich als freiberufliche Hair- und Make-up-Artist und Fotografin viel f\u00fcr die Medienbranche auf der ganzen Welt unterwegs gewesen. Als Friseurin freiberuflich zu arbeiten, ist in Deutschland noch un\u00fcblich. Mein Konzept des kompletten Stuhlmietersalons „Co-Work Salon“ ist meine Vision den Beruf attraktiver zu machen.<\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Ich finde es gut, wenn man es sich als Friseur*in erlaubt weniger zu arbeiten. Aber nat\u00fcrlich muss man in der wenigen Zeit auch gut verdienen. Es ist, gerade wenn man ihn \u00fcber viele Jahre macht, ein krass anstrengender Job, der einem so unfassbar viel abverlangt. Man verausgabt sich in dem Beruf auf so vielen Ebenen, ob psychologisch, handwerklich etc.<\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Ich bin schon recht fr\u00fch, mit Anfang zwanzig durchgestartet und hab hoch und runter alles gemacht, von Fotoshootings, Events, Werbespots, Fashion Weeks und alles, was man sich so vorstellen kann. F\u00fcr mich war mein Ursprungsberuf immer der Friseurberuf, den ich liebe und nie aufgeben wollte. Also stellte sich die Frage, wie ich das alles unter einen Hut bekomme. Niemand h\u00e4tte gern eine Teilzeitangestellte, die kommt und geht, wann sie will, das mit ihren Kunden selbst kl\u00e4rt und manchmal spontan eine Woche in einer Produktion verschwindet und dann gar nicht im Salon ist. Also musste der eigene kleine Salon her, in dem ich flexibel arbeiten konnte und nicht 9-5 vor Ort sein musste. Wenn ich einen Kundentermin hatte, war ich da und wenn ich eine Woche auf der Fashion Week unterwegs war, hab ich mich gefreut, mich wieder in den Salon hinter den Stuhl zu klemmen und meine Kund*innen zu bedienen, die \u201edown to earth\u201c sind und nicht so abgehoben, wie in der Fashionbranche. Irgendwann fand ich es dann aber auch schade, dass mein sch\u00f6ner kleiner Salon, w\u00e4hrend ich unterwegs war, so gar nicht genutzt wurde. Vielleicht gibt es ja noch andere Friseur*innen, die mehrgleisig aufgestellt sind und f\u00fcr 2-3 Tage den Salon nutzen wollen wie ich. So entstand die Idee f\u00fcr mein neues Salonkonzept, was Kollegen die M\u00f6glichkeit gibt frei und selbst\u00e4ndig zu arbeiten.<\/a><\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Du musst in der Lage sein, dich selbst zu managen, dich zu organisieren, deine Preise zu kalkulieren und deine Buchhaltung zu machen. Wer dazu nicht der Typ ist, l\u00e4sst sich besser anstellen. Es gibt da drau\u00dfen viele Salons, die f\u00fcr gute Bedingungen ihrer Angestellten sorgen und bei denen es auch Spa\u00df macht zu arbeiten. <\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Als Stuhlmieter*in brauchst du dein eigenes Buchungssystem, dein eigenes Kassensystem, eigenes Warenlager und eigene Vermarktung. Bei uns bespielt jeder seinen eigenen Social Media Account und bekommt dar\u00fcber auch seine Bewertungen. Heute ist das alles viel leichter umsetzbar als vor 10 Jahren. Damals waren Kassensysteme noch wahnsinnig teuer und Terminbuchungen online noch un\u00fcblich. Die Technik hierf\u00fcr ist mittlerweile f\u00fcr jeden gut zug\u00e4nglich und erschwinglich geworden. Bei uns macht jeder sein eigenes Ding. Wo wir uns alle treffen, ist auf dem gemeinsamen Level der Qualit\u00e4t. In diesem Rahmen haben wir auch unterschiedliche Spezialisierungen. Jeder macht das, was er am besten kann. Wir wissen alle, was wir besonders gut k\u00f6nnen und was der andere kann. Wir schieben uns auch gerne mal die Kund*innen hin und her. Gute Voraussetzung, keinen Neid untereinander aufkommen zu lassen.<\/a><\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Jeder hat einen eigenen abschlie\u00dfbaren Spind. Jeder arbeitet mit seinem eigenen Farbsystem, f\u00fcr alle gibt es gen\u00fcgend eigene Regale f\u00fcr ihre Produkte. Hinter unseren Waschpl\u00e4tzen stehen ganz viele Shampoos und Pflegeprodukte, mit ganz vielen Stickern drauf, damit jeder seine Produkte wiederfindet. Jeder von uns so viel, dass er dem anderen nichts klauen muss.<\/a><\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Mir ist wichtig, dass unsere gemeinsamen Werte auch in der Auswahl der Produkte wiederzufinden sind. Mir ist wichtig, dass alle Produkte im Salon tierversuchsfrei hergestellt wurden. Ich finde es toll, dadurch, dass mit mehreren Marken gearbeitet wird, lernt man auch immer mal was Neues kennen und macht sich nicht so von einem Hersteller abh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Ich selbst verkaufe keine Friseurprodukte, sondern ein bisschen Keramik und Schmuck von meinen Freundinnen, die die Produkte lokal produzieren. Den Verkauf von Haarpflegeprodukten im Salon \u00fcberlasse ich zwei Stuhlmietern, die ihr Sortiment allen Kund*innen anbieten. Das klingt bisschen komisch, funktioniert aber ganz gut. <\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Wer selbst\u00e4ndig arbeitet, muss sich dar\u00fcber Gedanken machen und vorsorgen. F\u00fcr den krankheitsbedingten Ausfall gibt es Zusatzversicherungen wie Krankentagegeldversicherungen, die einen Umsatzausfall auffangen. An Fehlzeiten durch Krankheiten sollte jeder bei der Preisgestaltung denken. Das geh\u00f6rt bei der Selbst\u00e4ndigkeit nat\u00fcrlich mit dazu. Als Selbst\u00e4ndige eine Woche mit Erk\u00e4ltung im Bett zu liegen und an den Umsatz zu denken, der einem gerade fl\u00f6ten geht, ist nicht so geil. Auch das ist eine Typfrage, wie ich mit sowas umgehen kann. F\u00fcr Urlaub gilt \u00fcbrigens das Gleiche.<\/a><\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Ich habe mir vor Jahren gesagt \u201ePatze,<\/em> jetzt bist du selbst\u00e4ndig. Du musst jetzt niemanden mehr fragen, ob du Urlaub machen kannst. Jetzt kannst du dich doch selbst fragen, ob du 4 Wochen Urlaub machen kannst.\u201c Dann habe ich das getan und \u201eja\u201c gesagt, bin bis an das andere Ende der Welt gereist und habe mir Zeit genommen, f\u00fcr mich. Ich bin mit so einer krassen Power zur\u00fcckgekommen, dass ich das ganze Jahr voller Motivation arbeiten konnte. Klar plane ich meine Auszeiten mittlerweile so, dass ich vor und nacharbeiten muss und mache hier und da auch mal nur ein paar Tage Urlaub. Um richtig abzuschalten und mich erholen zu k\u00f6nnen, brauch ich 4-6 Wochen. Es kann mir keiner erz\u00e4hlen, dass er nach 2 Wochen Urlaub erholt ist. Nach 2 Wochen Urlaub f\u00e4ngst du erst an abzuschalten und br\u00e4uchtest dann 2 Wochen, um dich zu erholen und die Akkus wieder aufzuladen. Das ist alles nicht so vorgesehen in der Arbeitswelt. Das ist nicht nur in der Friseurbranche so, sondern ich bin da kritisch mit dem gesamten System. Wir m\u00fcssen doch leben und genug Power haben, um uns st\u00e4ndig zu motivieren. Keiner ist Friseur*in ohne, dass er den Job gerne macht. Den Job kann man nur machen, wenn man ihn liebt! Das ist ja schon mal toll und das haben ja nicht alle Berufe. Wir sind diejenigen, die gerne machen, was sie machen, die kreativ sein k\u00f6nnen bei der Arbeit und im st\u00e4ndigen Austausch mit unterschiedlichen Menschen stehen. Ich finde, es sollte uns auch mal erlaubt sein, eine richtige Pause machen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n
PP:<\/strong> Ich finde, das Meistergesetz, in heutiger Form, steht der Branche total im Weg. Lasst uns das Meistergesetz in Deutschland bitte \u00e4ndern. Ich rede nicht davon, den Meistertitel abschaffen zu wollen.<\/strong>Wir sollten allerdings ernsthaft dar\u00fcber nachdenken, f\u00fcr wen es Sinn ergibt, die Meisterpr\u00fcfung abzulegen und f\u00fcr wen nicht. Jemand m\u00f6chte einen eigenen Laden mit Angestellten haben und ausbilden. Ok. Mach deinen Meister! Jemand m\u00f6chte keinen eigenen Laden haben, keine Angestellten und nicht ausbilden, lediglich seine eigene Terminplanung und Abrechnung machen und braucht die gleiche Qualifizierung in Form vom Meistertitel? Warum? <\/em>\u00dcberall auf der Welt, ob in den USA, Italien, Spanien, UK kann ich mir als Freelancer einen Stuhl in einem Salon mieten und auf selbst\u00e4ndiger Basis als Friseurin arbeiten. Solange ich keine Angestellten habe, niemanden ausbilde, ist es doch sinnlos, die ganze Kohle auf sich zu nehmen und die Zeit f\u00fcr Meisterschule aufzuwenden. Ich verstehe nicht, warum sich dar\u00fcber nicht viel mehr Leute aufregen. Man kann direkt nach der Ausbildung ohne Gesellenjahre und Berufserfahrung in die Meisterschule gehen. Aber eine erfahrene Friseurin kann sich nach 10\/15 Jahren im Job aufgrund der Lebensumst\u00e4nde nicht einfach daf\u00fcr entscheiden sich mal anders aufzustellen, z.B. als Stuhlmieter, soll dann daf\u00fcr den Meister machen? Diese Person hat vielleicht gar nicht geschafft die R\u00fccklagen zu bilden f\u00fcr die Kosten der Meisterschule oder\/und hat Familie und es ist organisatorisch und finanziell nicht drin. Schwupp wieder eine Frau raus aus dem Beruf. Dabei k\u00f6nnte sie als Freiberuflerin viel flexibel arbeiten und Beruf und Kinder doch vereinen. <\/em>Diese veraltete Regelung ergibt einfach keinen Sinn.<\/a><\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Sie ist nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Das betriebswirtschaftliche Know-how kann man sich auch auf anderem Weg aneignen. Als selbst\u00e4ndige Hair- and Make-up-Artistin fragte mich auch keiner danach, wie ich meine Buchf\u00fchrung geregelt bekomme. Salonunternehmer kannst du sein, ohne Friseur zu sein. Die fachliche Ausbildung \u00fcbernimmt in vielen Salons auch nicht allein die Friseurmeisterin. In der Innung Berlin habe ich das Gef\u00fchl, als sei man in den Achtzigerjahren stehengeblieben. Bei dem Ausbildungsmangel, der herrscht, sollten wir neue Wege zug\u00e4nglicher machen. Nur so k\u00f6nnen wir jungen Menschen und Quereinsteigern das Friseurhandwerk attraktiver machen. Wir m\u00fcssen neue Perspektiven bieten und zeigen, dass Flexibilit\u00e4t und guten Verdienstm\u00f6glichkeiten im Friseurhandwerk m\u00f6glich sind.<\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Es wird immer jene geben, die gerne ausbilden. Vielleicht 30% der Betriebe. Wer nicht ausbilden mag, der tr\u00e4gt anders dazu bei! Wenn sich das Ausbildungssystem mal einer Modernisierung unterziehen lassen w\u00fcrde , w\u00fcrden wir vielleicht sogar auch ausbilden. Aber bei den aktuellen Aussichten in den Beruf, wenn soll ich da reinschicken? <\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Dar\u00fcber habe ich noch nicht nachgedacht, aber ich bin daf\u00fcr, das Problem demokratisch zu l\u00f6sen. Wenn es zu wenig Salons gibt, die ausbilden, m\u00fcssen wir alle die wenigen unterst\u00fctzen, damit sie weiter ausbilden k\u00f6nnen. Wenn es damit getan ist, dass beispielsweise ein Teil der Handwerkskammerbeitr\u00e4ge, f\u00fcr eine attraktivere Ausbildung im Friseurhandwerk eingesetzt wird, bin ich dabei. Ich kann ja nicht auf der einen Seite daf\u00fcr sein, die Stellschrauben f\u00fcr Stuhlmieter*innen zu lockern, damit der Beruf attraktiver wird und gleichzeitig die Ausbildung nicht sichern zu wollen. Die Branche geiler zu machen, hei\u00dft ganz klar, dass sich jeder ausleben kann.<\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>Ich liebe das Bodenst\u00e4ndige und die Planbarkeit im Friseurhandwerk und freue mich, dass oft Kundenkontakte \u00fcber Jahre halten. Das ist alles nicht so heititei und schnelllebig, wie in der Produktionswelt, wo man heute H\u00fc, morgen Hott auf Leute trifft, die man nie wiedersieht. Der Friseurberuf ist nachhaltiger, besser organisiert und planungssicherer. Ich bin froh, dass ich den Beruf nie aufgegeben habe.<\/p>\n\n\n\n
PP: <\/strong>F\u00fcr mich war immer die Abwechslung das Allersch\u00f6nste und mir meinen gro\u00dfen, gro\u00dfen Wunsch nach Flexibilit\u00e4t erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Mittlerweile habe ich dadurch immer mehr my People aus der Branche gefunden, mit denen man gleich das Gef\u00fchl hat, dass es passt. Es gibt immer mehr Kolleg*innen, die nicht so fris\u00f6rig aussehen und supersch\u00f6n und modern arbeiten und nicht so klischeehaft unterwegs sind.<\/p>\n\n\n\n\n
Patricia Piatke <\/h2>\n\n\n\n
Make-up Artist Website:\u00a0www.patze.space<\/a>
Instagram:\u00a0@la.isla.salon<\/a>
LA ISLA SALON<\/p>\n\n\n\n
Hagelberger Str. 56
10965 Berlin
<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"