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23.07.2026

67 % sagen: FriseurInnen verdienen zu wenig

Eine aktuelle LeserInnen-Abstimmung der Tageszeitung „Heute“ sendet ein überraschend klares Signal: Mehr als zwei Drittel halten FriseurInnen für unterbezahlt. Für die Branche ist das ein wichtiges Stimmungsbild – und Rückenwind für mehr Wertigkeit, bessere Gehälter und angemessene Salonpreise.

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Wie viel verdienen FriseurInnen in Österreich? Dieser Frage widmet sich die Tageszeitung „Heute“ in einem aktuellen Gehalts-Check. Hintergrund ist der seit 1. April 2026 geltende Kollektivvertrag, mit dem die Mindestlöhne um 2,8 % angehoben wurden. Ausgebildete FriseurInnen erhalten im ersten Berufsjahr mindestens 2.071 Euro brutto, ab dem sechsten Berufsjahr sind es 2.287 Euro. Die häufig genannten 2.020 Euro gelten hingegen für angelernte Beschäftigte ohne einschlägige Lehrabschlussprüfung.

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Begleitend zum Artikel fragte „Heute“ seine LeserInnen: Sollen FriseurInnen besser bezahlt werden?

Das Ergebnis fällt deutlich aus. Zum Zeitpunkt der Auswertung am 28. Juli 2026 hatten 640 UserInnen teilgenommen.

Die Abstimmungsergebnisse im Überblick

  1. 67 %: Ja, FriseurInnen verdienen oft zu wenig.
  2. 15 %: Vor allem das Trinkgeld macht den Unterschied.
  3. 11 %: Mehr Gehalt bei guter Leistung.
  4. 7 %: Der Lohn passt für den Beruf.

Nur 7 % halten den aktuellen Lohn für passend

Besonders bemerkenswert ist nicht nur die klare Mehrheit von 67 %. Insgesamt entscheiden sich 93 % der Abstimmenden gegen die uneingeschränkte Aussage, dass der derzeitige Lohn für den Beruf passe.

Auch die Antwort „Mehr Gehalt bei guter Leistung“ zeigt grundsätzlich Zustimmung zu höheren Einkommen – wenngleich diese an einen individuellen Leistungsanspruch geknüpft wird. Damit sprechen sich insgesamt 78 % direkt oder unter bestimmten Voraussetzungen für eine bessere Bezahlung aus.

Das Voting macht deutlich, dass die vergleichsweise niedrigen Friseurgehälter längst nicht nur innerhalb der Branche wahrgenommen werden. Auch viele KonsumentInnen scheinen zu erkennen, dass Beratung, handwerkliches Können, Kreativität, körperlicher Einsatz und persönliche Betreuung entsprechend honoriert werden sollten.

Trinkgeld darf kein Ersatz für ein angemessenes Gehalt sein

15 % der TeilnehmerInnen sehen  im Trinkgeld einen entscheidenden Einkommensfaktor. Für viele FriseurInnen ist es tatsächlich eine wichtige Ergänzung. Dennoch bleibt Trinkgeld eine freiwillige und schwankende Leistung der KundInnen. Es kann ein Zeichen besonderer Wertschätzung sein – sollte aber kein dauerhaft zu niedriges Grundgehalt ausgleichen müssen.

Das Ergebnis zeigt damit auch eine problematische Erwartungshaltung: Ein Teil der Verantwortung für ein ausreichendes Einkommen wird indirekt auf die KundInnen übertragen. Faire Bezahlung muss jedoch in erster Linie über wirtschaftlich tragfähige Salonpreise und entsprechende Gehaltsmodelle ermöglicht werden.

Rückenwind für angemessene Salonpreise

Die Abstimmung passt zu den Ergebnissen einer aktuellen Kundenbefragung der Tiroler Friseurinnung und des Management Center Innsbruck. Laut der WKO Studie wählen lediglich 10 % der Befragten einen Salon vorrangig nach dem Preis aus. 

Ein positives Stimmungsbild für die Branche

Die „Heute“-Abstimmung ist nicht repräsentativ. Die TeilnehmerInnen wählen sich selbst aus, und auch die Formulierung der Antwortmöglichkeiten beeinflusst das Ergebnis. Als wissenschaftlicher Beleg für eine allgemeine Zahlungsbereitschaft kann sie daher nicht dienen.

Als Stimmungsbarometer ist das Resultat dennoch relevant: Die große Mehrheit hält die Arbeit von FriseurInnen für schlechter bezahlt, als sie wert ist. Das ist ein deutliches Zeichen von Wertschätzung und eine gute Grundlage, um selbstbewusster über faire Gehälter, angemessene Preise und den tatsächlichen Wert professioneller Friseurdienstleistungen zu sprechen.

Bei der Online-Umfrage nahmen im Zeitraum vom 22.-28.Juli 2026 640 Heute-LeserInnen teil.

 Einkommen in Österreich – Gehalts-Check für Friseure – das verdienen sie aktuell | Heute.at

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