Raphaela Kirschnick im Gespräch mit Markus Lorscheidt, Geschäftsführer Phorest - DACH
Du bist erfahrener IT-Mann. Was fasziniert dich bis heute am Friseurhandwerk?
Markus Lorscheidt: Ohne in Platitüden zu verfallen ist es die Verbindung aus Handwerk, großem kreativen Anspruch und Unternehmertum. Salonunternehmer arbeiten während ihres gesamten unternehmerischen Wirkens sehr nah am Menschen. Manager großer Unternehmen haben kaum direkten Kontakt zu ihren Endkunden. Das macht den Friseur besonders.
Wie viele Salons arbeiten derzeit im DACH-Raum mit Phorest?
ML: Wir haben nicht den Anspruch, den gesamten Markt zu erobern, sondern konzentrieren uns auf höherorganisierte Salonunternehmen. Rund 20.000 Betrieben kann unsere Software einen konkreten Nutzen bieten. Aktuell arbeiten mehr als 2.000 Salons mit uns. In diesem Segment entspricht das ungefähr einem Marktanteil von 10 %.
Durch eure Kongresse und Veranstaltungen seid ihr sehr nah an den Salonunternehmen. Wie nimmst du die aktuelle Stimmung wahr?
ML: Viele Unternehmer sind erschöpft. Seit Corona folgt eine Herausforderung auf die nächste. Unter diesem permanenten Druck ist es schwierig alternative Ideen und neuen Schwung zu entwickeln.
Wir sehen Filialisten, die Standorte schließen, weil eine klare unternehmerische Idee für deren Weiterentwicklung fehlt. Gleichzeitig sehe ich viele Menschen, die wieder Neues anpacken und spannende Konzepte entwickeln.