Jutta Gsell plädiert für ein imagepolierende Ausbildung, die näher an den Jugendlichen ist | Credit: Kevin Bailey

Jutta Gsell: Geld ist nicht allein das, was uns mehr Auszubildende beschert

Ausbildung JUNG denken und betonen, dass der Beruf SCHÖN macht! Das könnte einer der Schlüssel sein, um der Branche Nachwuchs zu bescheren, denn Geld allein wird das nicht, denkt Jutta Gsell …

imSalon & JOKIRA möchten Ausbildung neu denken

Ausbildung – ein Thema über das viel gekrübelt und gesprochen wird. Mitreden können alle, haben doch alle selbst eine Ausbildungszeit durchlebt. Ausbildung trifft uns immer in einer Zeit, in der wir jung sind, aber auch neugierig, suchend, erwartend, fordernd; in der Polepostion zum ganz Großen werden Weichen gestellt und das Feuer entfacht.
Viele AusbilderInnen möchten genau das für ihre Azubis, werden aber zunehmend mit Ausbildungssystem und Politik, Generationendiskurs und Fragen der Wirtschaftlichkeit konfrontiert. Für uns haben sich Kolleginnen und Kollegen Zeit genommen, ihre ►Gedanken zur Ausbildungssituation in Deutschland mit euch zu teilen. 


Ein Kommentar zur Ausbildungssituation von Jutta Gsell, Bad Mergentheim

Eine Frage, die mich schon lange beschäftigt, ist, wie es HEUTE möglich ist, junge Menschen für den Beruf Friseur zu begeistern? 

Eigentlich geht es unserer Branche doch gut… SCHÖNHEIT und AUSSEHEN ist ein wichtiger Faktor im Leben der Menschen, der Weg dorthin ist sehr gefragt. Das zeigen uns die vielen, vielen YouTube Tutorials, auf denen man sehen kann, wie Haare gestylt werden. Diese werden zu Tausenden aufgerufen.
Warum aber schaffen wir es nicht, genau dieses Wissen, wie Looks gestaltet werden, als (unseren) Beruf entsprechend zu verpacken? Wobei ich auch leider immer wieder feststellen muss, dass nicht alle Friseure dieses „LOOK MACHEN“ wirklich können – mit ALLEM was dazu gehört!

„In den Berufsschulen vermisse ich praktisches, modernes Arbeiten.“

Die Berufsschulen sind für mich ein ganz schwieriges Thema.
In den Berufsschulen vermisse ich praktisches, modernes Arbeiten. Na klar, gehören die Wasserwelle und die Dauerwelle immer noch zu unserem handwerklichen Können! Die sind aber nicht der Grund, Friseur:in zu werden.

Als ich mich für diesen großartigen Beruf entschieden habe, wollte ich kreativ sein, ich wollte – und will bis heute – die Welt immer noch ein bisschen SCHÖNER machen. Das Highlight für mich immer noch, wenn die Kundin oder der Kunde fertig sind – dieser Blick in den Spiegel, mit diesem Lächeln – einfach mein Hochgefühl!!!

Ich würde Ausbildung gerne NEU-DENKEN!
Zuerst ganz viel Spaß und Neugier wecken und diese Großartigkeit, was wir mit unseren Händen schaffen können, hervorheben. Und aufzeigen, was uns dabei unterstützt und der Kundin es leicht macht, toll auszusehen.

„Geld ist nicht das, was uns mehr Auszubildende beschert.“

Wir sollten JUNG denken oder junge Menschen fragen, wie sie sich Ausbildung wünschen und dies mit unserem großen Erfahrungsschatz paaren. Damit würden wir bestimmt viel bewegen.
Geld allein ist nicht das, was uns mehr Auszubildende beschert. Wir können die jungen Leute mit Schönheit „ködern“ – und das sollten wir in den Vordergrund stellen. Denn wir Friseur:innen haben Spannenderes zu bieten, als viele andere Handwerke!
 

Gemeinsam können wir neue und zeitgemäße Ansätze diskutieren, Ausbildung neu konzipieren und erforderliche Wege ebnen. Wollt ihr euere Ideen mit uns teilen? Dann schreibt uns: ​​​​katja@imSalon.de